Beamer Kaufberatung: Auflösung, Keystone-Korrektur, Bilddiagonale, uvm. Teil 2/3

Beamer-Kaufberatung: Teil 2 von 3

Der 2. Teil des Beamer-Tutorials erläutert auf was es bei der Auswahl eines Beamers noch ankommt.

 

Wie man abklärt ob ein Beamer tatsächlich in die eigene Umgebung passt - indem man die Bilddiagonale, das Projektionsverhältnis berechnet und zudem den Projektion-Mindest- sowie Maximal-Abstand berücksichtigt.

 

Weitere Technische Details - wie z. B. die native Auflösung, das Format oder die Keystone-Korrektur - werden ausgiebig erklärt.

 

Auf was muß beim Kauf eines Beamers noch geachtet werden?

Schritt 2: Beamer-Auflösung und -Format auswählen

Ein Beamer ist immer auf ein Format sowie auf eine Auflösung ausgelegt. Man spricht hierbei vom nativen Format bzw. von der nativen Auflösung. Beamer sind dennoch in der Lage anderweitige Formate und Auflösungen darzustellen - dies ist jedoch mit einem Qualitätsverlust verbunden.

Aus diesem Grund entscheidet man sich für einen Beamer, der zum Projektionsverhältnis seiner Leinwand passt (oder umgekehrt). Im Heimkino-Sektor entscheidet man sich im Normalfall für ein Leinwand-Format mit einem 16:9 Verhältnis sowie für eine "Full High-Definition"-Auflösung (1920x1080 Pixel). Diese Auflösung entspricht einem 16:9 Bildformat (16:9 = 1,78:1 | 1920:1080 = 1,78:1).

Die folgende Tabelle listet die gängisten Beamer-Auflösungen und Beamer-Formate für den Home-Cinema-Sektor auf:

Name Auflösung Format
WSVGA 1024x576 16:9
XGA 1024x768 4:3
WXGA 1280x720 16:9
Full HD 1920x1080 16:9

Ein Beamer darf nicht zu weit, aber auch nicht zu nah an der Leinwand stehen, damit das Wunschbild einwandfrei dargestellt wird. Das klärt man wie folgt ab:

Schritt 3: Projektions-Entfernung berücksichtigen

Im technischen Datenblatt des Beamers (oder bei den Produkt-Details in einem Online-Shop) wird der Projektions-Mindest- sowie -Maximalabstand (z. B. 1,5m bis 10,0m) angegeben. In diesem Bereich muss der Beamer im Raum installiert werden, damit genügend Licht von der Leinwand reflektiert wird. Würde man z. B. einen Beamer in einem großen Saal installieren, bei dem der Abstand zur Leinwand 15m betragen würde, müsste man dementsprechend einen Beamer mit einem Projektions-Maximalabstand von mindestens 15m auswählen.  

Schritt 4: Projektions-Bilddiagonale berechnen

Zudem wird die minimale bzw. maximale darstellbare Bilddiagonale des Beamers angegeben ( z. B. 94cm - 762 cm). Die Bilddiagonale für sein Heimkino errechnet man mit folgender Formel:

c² = a² + b²
c steht für die Bildschirmdiagnole, a für die Höhe und b für die Breite der Leinwand.

Beispiel:
Leinwand-Höhe = 90cm
Leinwand-Breite = 160cm

c² = 90² + 160² = 8100 + 25600 = 33700 (davon die Wurzel ziehen)
c = 184 cm Bilddiagonale

Ein Beamer mit einer Projektions-Bilddiagonalen von z. B. 94cm - 762 cm wäre somit bestens geeignet.

Schritt 5: Das Projektions-Verhältnis berechnen

Mit dem Objektiv des Beamers wird die Projektionsgröße eingestellt. Ein Projektionsverhältnis von z. B. 1.51-1,83 : 1 besagt, dass bei einem Abstand des Beamers zur Leinwand von 1,51m bis 1,83m eine Bildbreite von 1m dargestellt werden kann.

Beispiel:
Wäre ein Beamer mit einem Projektionsverhältnis von 1.51-1.83 : 1 für folgende Bedingungen geeignet?:

Abstand des Beamers zur Leinwand = 3,5 m
Leinwandbreite = 1,60m
Projektionsverhältnis = 1.51-1.83 : 1m

0.151-0,183 : 0,1m *16
2,416 : 2,928 : 1,60m

Bei einer Leinwandbreite von 1,60m darf bei diesem Beamer der Abstand zur Leinwand 2,42 bis 2,93m betragen. Unser Abstand beträgt jedoch 3,50m - somit wäre dieser Beamer nicht geeignet.

Schritt 6: Keystone-Korrektur (Trapez-Korrektur) berücksichtigen

Damit keine Verzerrung beim projizierten Bild auf der Leinwand entsteht, muss man den Beamer rechtwinklig und mittig zur Leinwand aufstellen. Meistens ist das nicht möglich, der Beamer wird z. B. an der Decke angebracht und projiziert dadurch das Bild schräg auf die Leinwand. Dadurch wird das Bild an einer Seite breiter bzw. auf der anderen Seite schmaler - wie ein Trapez. Deshalb spricht man hierbei von einer Trapez-Verformung.

Beamer sind mit einer vertikalen und meistens auch mit einer horizontalen Trapez-Korrektur (Keystone-Korrektur) ausgestattet. Durch eine künstliche Verzerrung wird die eigentliche Verzerrung ausgeglichen. Dies kann manuell durch eine Linsenverstellung (Lens Shift) anhand eines Reglers am Objektiv erfolgen. Oder - wie bei vielen Beamern üblich - ganz automatisch erfolgen.

Wenn man seinen Beamer in der Ecke eines Raums installiert, wird das Licht seitlich auf die Leinwand projiziert. Dann muss man darauf achten, dass der Beamer eine horizontale Trapezkorrektur integriert hat.

Beispiel:
Ein Beamer wird an der Decke mittig (also nicht in einer Ecke eines Raumes) sowie in einem schrägen Winkel von 15° zur Leinwand installiert.
Es wird somit ein Beamer mit einer vertikalen Trapez-Korrektur von mindestens 15Grad benötigt. Die horizontale Trapez-Korrektur spielt bei diesem Beispiel keine Rolle, da der Beamer mittig zur Leinwand installiert wurde.

Schritt 7: Beamer-Features (24p und 3D) berücksichtigen

Wenn man seine Filme wie im Kino genießen möchten - und davon kann man bei einem Heimkino ausgehen - achtet man bei seinem Beamer auf einen Wiedergabemodus von 24 Bilder pro Sekunde (24p). Filme werden in der Regel mit 24 Bildern pro Sekunde aufgenommen. Im Kino wird der Film auch mit 24 Bildern pro Sekunde dem Publikum präsentiert! Für Heimkino-Fans ist der 24p-Modus somit eigentlich Pflicht.

Möchte man seinen Film in 3D genießen, muss man auf eine 3D-Fähigkeit des Beamers achten. Hinzu kommt die Finanzierung in eine 3-D Quelle - sprich in einen 3D-Blu-ray Player.

Schritt 8: Beamer-Lautstärke (Lüfterlärm) berücksichtigen

Die Lautstärke eines Beamers entpuppt sich viel zu oft als Heimkino-Miesepeter. Oft wird - vermeintlich - an alles gedacht und bis ins kleinste Detail geplant. Der Heimkino-Spaß gerät dann dennoch zum Heimkino-Frust, weil die Lautstärke des Beamer einfach unerträglich ist.

Die Lautstärke wird in "Dezibel [dB]" gemessen. Eine gewöhnliche Unterhaltung zwischen 2 Menschen hat eine Lautstärke von ca. 40-50dB. Blätterrauschen und ruhiges Atmen hat eine Lautstärke von ca. 10dB. Die Beamer-Lautstärken schwanken je nach Hersteller-Produkt in der Regel zwischen ca. 15 db und 40db.

Wenn man die Möglichkeit hat den Beamer unter einer Decke oder in einem Nebenraum unter zu bringen, dann spielt die Lautstärke eine sekundäre Rolle. Hängt der Beamer jedoch direkt über oder neben einem im Raum, dann sollte man zwingend in einen leisen Beamer (Empfehlung: mindestens unter 20 dB) investieren.

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