Beamer-Leinwand Kaufberatung: Gain-Faktor & Material Teil 2/2

Beamer-Leinwand Kaufberatung: Teil 2 von 2Der erste Tutorial-Teil widmete sich der Leinwand-Größe, dem -Format sowie dem -Abstand zum Publikum.

 

Dieser und letzte Teil beschäftigt sich mit dem Leinwand-Material und seinen spezifischen Reflektions-Eigeschaften.

Zudem wird der Gain-Faktor (Leuchtedichtefaktor) der Leinwand - der das Abstrahlverhalten des Lichts wiedergibt - anhand eines Beispiels ausführlich erklärt...

 


Welche Leinwand ist für den Home-Cinema-Sektor geeignet?

Schritt 3: Leinwand-Oberfläche auswählen

Dieser Faktor ist maßgeblich mit entscheidend für die Bildqualität. Nur wenn man sich für die richtige Leinwand entscheidet, holt man das Maximum - im Sinne der Bildqualität - aus einem Beamer heraus.

Man unterscheidet bei Leinwänden zwischen 4 unterschiedlichen Oberflächen-Typen:

  • Typ Diffus (D): Reflektiert die Lichtstrahlen weitwinklig in alle Richtungen - Optimale Wahl im Home-Cinema-Sektor.
  • Typ Beaded (B): Glasperlen reflektieren die Lichtstrahlen zur Lichtquelle zurück - Sinnvoll bei der Tischprojektion.
  • Typ Specular (S): Die Reflektion verhält sich wie bei einem Spiegel, die Lichtstrahlen reflektieren in eine bestimme Richtung.
  • Typ Back Projection (R): Die Leinwand ist durchlässig, es findet keine Reflektion statt. Diese finden Anwendung bei Rückprojektoren.

Für den Home-Cinema-Bereich ist der Typ Diffus (D) die einzig richtige Wahl. Aufgrund der diffusen Eigenschaft wird das Licht verstreut - in vertikaler und horizontaler Richtung - zurück reflektiert. Diffuse Leinwände bestehen aus mattweißen Tüchern und haben einen niedrigen Gain-Faktor. Hierzu mehr im nächsten Schritt...

 

Schritt 4: Leuchtdichtefaktor (Gain-Faktor) der Leinwand ermitteln

Der Leuchtdichte-Faktor bzw. der Gain-Faktor einer Leinwand ist mehr als wichtig: Dieser gibt das Abstrahlverhalten des Lichts an einer Leinwand in eine bestimmte Richtung wieder.

 

Im Prinzip ist der Gain-Faktor recht einfach erklärt: Stellen Sie sich vor Sie veranstalten einen Filmabend bei sich zu Hause. Zur Feier des Tages stellen Sie Ihren Freunden Ihr neues Home-Cinema vor - insbesondere Ihren neuen Beamer und Ihre neue Leinwand.

 

In diesem sitzen Sie als letzter ganz weit außen auf der Coach und müssen mit bedauern feststellen, dass Sie von den Film-Geschehnissen auf der Leinwand so gut wie nichts mitbekommen. Der Bildeindruck ist sehr schwach, kontrastarm und im Grunde können Sie nicht viel erkennen.

 

Was ist schief gelaufen?

 

Sie haben sich für eine Leinwand mit einem zu hohen Gain-Faktor entschieden. Das Licht wird hauptsächlich zentral zurück gestrahlt, außen - wo Sie sitzen - kommt zu wenig Licht an.

 

Ein hoher Gain-Faktor macht bei Umgebungen Sinn, wo das Publikum zentral bzw. hintereinander aufgereiht ist. Sinngemäß ist hierbei das Ziel soviel Licht wie möglich zentral abzustrahlen. Leinwände mit höheren Gain-Faktoren sind für den Home-Cinema-Sektor im Prinzip nicht geeignet.

 

In unserem Fall möchten wir, dass das Publikum ganz außen genau so viel "Licht" abgekommt, wie die Zuschauer in der Mitte. Hierzu muss das Licht weitwinklig abstrahlen. Es wird somit eine Leinwand mit einem weitwinkligen Abstrahlverhalten benötigt - Leinwände mit einem niedrigen Gain-Faktor sind für diesen Zweck konzipiert.

 

Zur Übersicht:

  • Niedriger Gain-Faktor = Weitwinkliges (diffuses/gleichmäßiges) Abstrahlverhalten: Optimal für ein Home-Cinema / Film-Wohnzimmer
  • Hoher Gain-Faktor = Zentrales (gebündeltes) Abstrahlverhalten

Nun wird der Betrachtungswinkel des Publikums ermittelt. In der folgenden Zeichnung wurde ein Heimkino mit einer Coach für 3-4 Personen skizziert. Die Zuschauer die außen auf der Coach sitzen möchten den nächsten James Bond Film - genau so wie die Zuschauer in der Mitte  - im vollen Licht bestaunen.

 

Nun wird der Betrachtungswinkel in die Zeichnung eingetragen: Ausgehend von der Mitte der Leinwand werden 2 Linien vorbei an den außen sitzenden Zuschauer gezogen (schwarze Linien). Mit einem Geodreieck läßt sich der Betrachtungswinkel berechnen.  In diesem Beispiel beträgt der Betrachtungswinkel 40° (rechts und links je 20°). Nun lässt sich eine Leinwand mit passendem Gain-Faktor auswählen, weil der Betrachungswinkel hierbei eine essentielle Rolle spielt.

 

Beamer-Abstand-Leinwand_Gain-Faktor

 

Erfahrungsgemäß haben sich bei den folgenden Betrachtungswinkel entsprechende Gain-Faktoren als ratsam erwiesen, für die Richtigkeit der Angaben wird keine Gewähr übernommen:

  • Gain-Faktor 1.0: 90° bis 100°
  • Gain-Faktor 1.1: 50° bis 90°
  • Gain-Faktor 1.2: 30° bis 50°
  • Gain-Faktor 1.3: bis 30°

Für das obige Beispiel (Betrachtungswinkel von 40°) wäre eine Leinwand mit einem Gainfaktor von 1.2 eine empfehlenswerte Wahl.


Fazit - Beamer-Leinwand

Beamer und Leinwand gehören zusammen - es handelt sich um ein ganzheitliches System. Aus diesem holt man nur das optimale heraus, wenn beide Komponenten aufeinander abgestimmt sind.

 

Um so diffuser (horizontale sowie vertikale Verteilung des Lichts) die Leinwand, um so stärker muss die Lichtquelle eines Beamers sein. Aus diesem Grund empfiehlt es sich seinem neuen Beamer erst nach der Auswahl einer Leinwand zu widmen. Dazu finden Sie alle Informationen im 3-teiligen Tutorial "Beamer-Kaufberatung"...

 

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Kommentare   

 
0 #2 Ralf 2012-12-20 22:29
Vielen Dank für Dein das Lob Manuel! :D Wie du schon gesehen hast haben wir einmal speziell für die Beamer-Leinwand und einmal für den Beamer selber eine ausführliche Schritt für Schritt Anleitung erstellt. Da sollte der Kauf doch auch hinhauen...
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0 #1 ManuelM 2012-12-20 22:19
Danke für die ausführlichen Informationen!
Werde nun gerne einen Kauf wagen!
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